Empörung des Jahres: NABU kührt den Kormoran zum "Vogel des Jahres 2010"!
Am 9. Oktober wurde der
Kormoran von Naturschutzorganisationen in Deutschland (NABU/LBV) und später
auch in Österreich (BirdLife) zum Vogel des Jahres 2010 gewählt. Diese
Entscheidung stößt in der Anglerschaft auf pures Kopfschütteln.
Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF)
und der Deutsche Anglerverband (DAV) haben kurz nach Bekanntgabe eine
gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie deutliche Worte finden.
Hier lesen Sie die Erklärung:
"Der Kormoran wird Vogel des Jahres 2010 –
besser kann man nicht dokumentieren, dass NABU und der Landesbund für
Vogelschutz in Bayern (LBV) sich außerhalb jeglicher Vernunft und insbesondere
außerhalb demokratischer Normen bewegen. Am 4. Dezember 2008 haben mehr als 96
Prozent aller Abgeordneten des Europäischen Parlamentes aus allen 27
Mitgliedsstaaten dafür gestimmt, wegen der extremen Populationszunahme des
Kormorans in den letzten 20 Jahren ein europäisches Kormoranmanagement zu
prüfen. Diese Mitglieder des Europäischen Parlaments sind ausgestattet mit dem
demokratischen Votum der Bewohner von 27 Mitgliedsstaaten: für NABU und LBV
gilt das nicht, es ist für sie uninteressant, was die demokratisch gewählten
Volksvertreter beschließen. Sie sind in den Augen von NABU-Funktionären
anscheinend zu dumm, den wahren Sachverhalt zu begreifen, nur NABU und LBV
allein haben den Durchblick."
"In den einzelnen Bundesländern konnten im
jahrelangen Kampf gegen eben solche Fundamentalisten und Negierer von
Wahrheiten wie NABU und LBV Verordnungen zum Schutz der Fischbestände in den
Teichanlagen, wo die Betreiber durch Kormoranfraß an den Rand des Ruins
getrieben worden sind, Einhalt geboten werden. In den Bächen, Flüssen und Seen
konnten Arten, die durch den Kormoran z. B. in den bayerischen Gebirgsflüssen
zu 96 Prozent (Äsche) ausgerottet worden sind, mit viel Mühe und großem
finanziellen Aufwand wieder etwas besser geschützt werden."
"All diese Verordnungen wurden durch
gewählte Volksvertreter und in der Umsetzung durch die jeweils regierenden
Parteien in den entsprechenden Ministerien nach jahrelangem Nachweis der realen
Schäden beschlossen. Für NABU und LBV noch lange kein Grund, demokratisch
gefasste Beschlüsse und Regelungen anzuerkennen. Vielmehr werden erneut völlig
unverfroren Unwahrheiten sowohl zum Kormoran als auch zu den Schäden und
insbesondere zum Fraßverhalten dieser zweifelsfrei in unsere Vogelwelt
gehörende Spezies veröffentlicht. Er gehört in unsere Tierwelt, er hat eine
Existenzberechtigung, aber er hat eben so wenig wie jede andere Art das Recht,
andere Arten auszurotten, nur weil er Federn hat."
"NABU und LBV schrecken selbst vor so großen
Lügen nicht zurück, dass "Edelfische" wie Äschen wissenschaftlichen
Untersuchungen zufolge nur geringere Anteile in der Nahrung ausmachen und
deshalb kein Schaden eintreten könne. Die Technische Universität München hat
den aus dem Kormoranfraß resultierenden Schaden bei Äschen mit 96 Prozent
sicher wissenschaftlich bestimmt. Es interessiert sie auch nicht, dass
mehr als 90 Prozent aller typischen Fließgewässerfischarten auf der Roten Liste
stehen und es ficht solche Kreise auch nicht an, wenn durch derartige Aktionen,
wie sie nunmehr durch NABU und LBV initiiert werden, die Ausrottung noch viel
schneller geht. Aber sie nennen sich Naturschützer."
"Dabei betreiben sie vielmehr ein sehr
abscheuliches Spiel, indem sie "...wirtschaftlich unbedeutende
"Weißfische" wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische..."
zur radikalen Dezimierung durch den Kormoran frei geben; schließlich ist es ja
kein so bedeutendes Leben wie bei einem "Edelfisch". Das
Benennen des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 ist ein Schlag in das Gesicht
aller Demokraten und wirklichen Naturschützer. Es ist der hoffentlich letzte
Versuch, das Rad der Entwicklung zurückzudrehen."
„Wir als die wirklichen Schützer der Natur werden
auch in Zukunft viel Geld in die Hand nehmen und viel Zeit opfern, um die
Artenvielfalt in den Gewässern, wie schon in den letzten 20 Jahren praktiziert,
hoch zu halten, wir werden auch Arten, die keinerlei wirtschaftliche Bedeutung
haben, wieder heimisch machen und wir werden insbesondere die Politiker und die
politischen Parteien bitten, dieser Negation der Demokratie Einhalt zu
gebieten, damit Recht, Ordnung und Sachverstand auch bei NABU und LBV wieder
eine Heimstatt finden“, fassen die Präsidenten des VDSF und des DAV, Peter
Mohnert und Prof. Dr. Werner Steffens, die große Verärgerung der Angler und
Berufsfischer in Worte.
Auch der Landesfischereiverband
Baden-Württemberg reagierte auf die Nachricht:
"Der Landesfischereiverband
Baden-Württemberg begrüßt die Wahl des Kormorans zum „Vogel des Jahres 2010“
durch den NABU und den Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Wir hoffen, dass
dadurch auch der Blick auf die stetig wachsenden Probleme gerichtet wird, die
diese Vogelart in den letzten Jahren verursacht. Nach den vorliegenden,
geschichtlichen Forschungen, z.B. durch das Landesamt für Denkmalspflege, war
der Kormoran seit der Steinzeit in Süddeutschland extrem selten und trat nie in
Massen auf. Seit den 80er Jahren nimmt der Brutbestand in Baden-Württemberg
exponential zu, es bilden sich jedes Jahr neue Kolonien und ein Ende dieser
Entwicklung ist derzeit nicht in Sicht."
"Die Behauptung, der Kormoran würde vor
allem wirtschaftlich unbedeutende Fischarten fressen, ist wissenschaftlich
vielfach widerlegt und schlichtweg falsch. Besonders die Äsche ist in ihrem
Verbreitungsgebiet auf dem Speiseplan des Kormorans weit überproportional
vertreten und in der Zwischenzeit bereits in ihrer Existenz bedroht. Obwohl
sich der Zustand unserer Gewässer in den letzten Jahren durch
Millioneninvestitionen in Gewässerreinhaltung, Durchgängigmachung und
Strukturverbesserung vielerorts stark verbessert hat, erleben nun auch die vom
NABU als „unbedeutend“ bezeichneten Weißfischbestände starke Einbrüche. Die
Nennung des Kormorans zum „Vogel des Jahres 2010“ stellt eine Möglichkeit dar,
weite Teile der Öffentlichkeit auf die mit dem Vogel verbundenen Probleme
hinzuweisen und eine sachliche Diskussion in Gang zu setzen, bei der alle
Seiten gehört werden."