Catch & Release, fangen und zurücksetzen, so lautet nicht nur an vielen Gewässern die Devise, oft ist es auch dringend erforderlich, Fische nach dem Fang schonend zurückzusetzen – beispielsweise, wenn diese untermäßig sind oder Artenschutz genießen. Hier erfahren Sie wie Fische so schonend wie möglich in ihr Element zurückgesetzt werden.
10 Punkte für den Fisch
Wenn Sie Fische zurücksetzen möchten, sollten Sie folgende
Punkte beachten, die die Überlebensrate der Fische drastisch erhöhen:
1. Benutzen Sie einen Haken ohne oder mit angedrücktem
Widerhaken. Das macht das Abhaken leichter und schneller.
2. Benutzen Sie Gerät und Vorfachmaterial, das zu der zu
erwartenden Fischgröße passt. Mit zu leichtem Gerät kann man den Fisch nicht
schnellstmöglich landen und riskiert, dass er zuviel Sauerstoff verbraucht.
3. Landen Sie den Fisch so schnell und vorsichtig wie möglich.
4. Wenn Sie den Fisch im Drill nicht näher bringen, ist es
weniger schmerzvoll, einen Vorfachbruch zu riskieren als den Fisch bis zur
Erschöpfung zu drillen.
5. Führen Sie den Fisch ins seichte Wasser (nicht zwischen Steine),
knien Sie nieder (wenn es nötig ist), und entfernen Sie den Haken mit der Hand,
ohne die Forelle überhaupt zu berühren. Manchmal fällt ein widerhakenloser
Haken allein dadurch heraus, dass man die Schnur locker lässt.
6. Bleiben Sie mit Ihrer Hand vom Maul des Fisches weg, und
berühren Sie niemals die Kiemen.
7. Wenn der Haken tief sitzt, führen Sie den Fisch ins seichte
Wasser, und benutzen Sie einen Hakenlöser. Wenn der Haken extrem tief sitzt,
dann schneiden Sie das Vorfach so dicht wie möglich am Öhr des Hakens ab. Der
Haken wird entweder ausgespuckt (oft innerhalb weniger Stunden), oder er wird
mit der Zeit aufgelöst.
8. Vermeiden Sie den Gebrauch eines Keschers. Das Netz kann die
Schuppen und die Schleimschicht über den Schuppen beschädigen, die den Fisch
vor Infektionen und Krankheiten schützt. Falls man einen Kescher benutzen muss,
sollte das Netz knotenlos sein und vor dem Keschern nass gemacht werden. Halten
Sie bei einem kleinen Fisch einen langen Keschersack gegen den Griff, um dessen
Tiefe zu verringern. So können Sie den Fisch anschließend leichter auslassen.
9. Wenn Sie Ihren Fang fotografieren möchten, sollten Sie
jemanden dabei haben, der für Sie das Foto macht. Lassen Sie den Fisch im
seichten Wasser, bis der Fotograf die Kamera bereit hat. Machen Sie dann Ihre
Hand nass, halten Sie den Fisch an der Schwanzwurzel und unter dem Bauch.
Halten Sie dann den Fisch nicht mehr als 15 Sekunden für ein schnelles Foto
hoch.
10. Beleben Sie den Fisch wieder, wenn es notwendig ist. Halten
Sie ihn mit dem Kopf voran in schnelleres Wasser, beispielsweise an der
Strömungskante hinter einem Stein, damit mehr Wasser durch die Kiemen fließt
und der Fisch schneller und mehr Sauerstoff aufnehmen kann. Warten Sie dann,
bis der Fisch von alleine wegschwimmt.
Wenn Sie diese Punkte beherzigen, können Sie beim nächsten
Mal Ihren Fisch unbeschädigt zurücksetzen. Sie haben dann auf jeden Fall eine
Erinnerung für Ihr ganzes Leben – und die Genugtuung, ein kostbares und
begrenztes Gut für künftige Generationen zu erhalten.