Welches Vorfach brauche ich beim Hechtangeln mit leichter Fliegenrute bis Klasse 6?
Vorweg der Hinweis, dass leichtere Fliegenruten nicht wirklich geeignet sind,
erst ab Klasse 6 eignen sie sich auch für das Hechtfischen! Die leichten
Schnüre, die mit diesen Ruten geworfen werden, sind kaum in der Lage, einen
größeren Hechtstreamer zu transportieren. Erste Möglichkeit: Wenn Sie mit einer
6er Rute auf Hecht fischen möchten, sollten Sie sich ein leichtes Hechtvorfach
herstellen, bestehend aus 200 cm 0,35 Monofil und einem möglichst leichten, 30
cm langen Stahlvorfach (z.B. Flexonit). Die Hecht-Streamer für diese Rute
sollten Sie unbedingt aus Kunstfaser, die kein Wasser aufnimmt, binden oder
sich entsprechende Fliegen kaufen. Diese sollten nicht länger als 10 cm sein,
sonst werden Sie kaum in der Lage sein, diese mit einer 6er Rute gut zu werfen.
Zweite Möglichkeit: Sie lassen sich zu Weihnachten eine 8er Rute, 2,70 cm
lang, schenken. Denn das ist die perfekte Rute für das Hecht-Streamern…
Was halten Sie von den sogenannten „Easy Snaps” am Ende des Tippets, in die man
die Fliege einhängen kann?
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich mit Easy Snaps noch nicht gefischt
habe, ich knote meine Fliegen meist mit einem Rapala-Knoten an. Für einen
flotten Fliegenwechsel sind die Easy Snaps jedoch sehr gut geeignet,
beispielsweise, wenn man einem Fisch in kurzer Zeit mehrere Fliegen anbieten
will. Derzeit denke ich übrigens darüber nach, mir für den Herbst einige
Hechtvorfächer mit Easy Snaps zu bauen. Wie heißt es noch: Versuch macht
kluch...
Soll ich auf Döbel mit der Trocken- oder Nassfliege angeln? Oder geht doch
besser auf die Nymphe?
Wenn ich mich für eine Fliege entscheiden müsste, dann wäre es die beschwerte
Nymphe, Hakengröße 10 oder 12. Kleiner Tipp: Grüner Hinterleib, vorne braun,
dann sollte es klappen. Wenn die Döbel in ihrem Gewässer nicht viel Erfahrung
mit Fliegen und Fischern haben, können Sie mit der Goldkopf fischen, ansonsten
sollten Sie die Nymphe versteckt beschweren, also unter dem Dubbing mit
Bleidraht oder einem kleinen Bleischrot, das Sie im Abstand von 40 cm vor die
Fliege aufs Vorfach klemmen.
Was sind eigentlich Schussköpfe?
Schussköpfe knüpfen an das Prinzip der WF-Schnüre (Keulenschnüre) an. Die deutsche Bezeichnung „Keule“ deutet an, dass das Wurfgewicht dieser Schnüre im vorderen Bereich liegt, ganz im Gegensatz zur klassischen, doppelt verjüngten Schnur (DT = Double Taper). Bei Schussköpfen ist das Gewicht noch konzentrierter: Da wird der Wurf zum Schuss. Demzufolge tragen im Fachhandel Schussköpfe die Bezeichnung ST. Das steht für Shooting Taper.
Welche Schusskopf-Ausführungen gibt es?
Schussköpfe sind mittlerweile so gefragt, dass es sie in allen Varianten gibt: schwimmend, leicht sinkend und schnell sinkend. Das ist ein großer Vorteil, denn so besteht die Möglichkeit, am Wasser schnell auf eine andere Schnur zu wechseln. Man angelt immer dort, wo die Fische stehen.
Wann bringen Schussköpfe dem Angler Vorteile?
Für die Pirsch an Wiesenbächen sind die üblichen Fliegenschnüre besser geeignet. Sie ermöglichen eine elegante Präsentation des Köders, weite Würfe sind meist nicht notwendig. Wenn man an großen Flüssen, Seen oder gar am Meer weit hinaus möchte, ist ein Schusskopf der Schnurklasse 8 aufwärts die bessere Wahl.
Welche Ruten sollte man verwenden, und welcher Schusskopf passt zu welchem Modell?
Rute und Schnur müssen zueinander passen. Um hohe Wurfweiten zu erzielen, sollte die Rute eine schnelle Aktion besitzen. Weiche Lämmerschwänze sind ungeeignet. Die zum Angeln mit dem Schusskopf am häufigsten verwendeten Modelle sind folgende: Einhandrute der Schnurklasse 8 mit einer Länge von 9 bis 10 ft. Zweihandrute der Schnurklasse 9 oder 10 mit einer Länge von 13 bis 14 ft. Für die 8er Rute empfehle ich einen Schusskopf mit einem Gewicht von 20 Gramm und einer Länge von 9 bis 9,5 Meter. Bei der 9er oder 10er Zweihandrute ist der Schusskopf mit 30 Gramm etwas schwerer und mit 10,5 bis 11 Meter etwas länger. Die Einhandrute eignet sich zum Angeln mit Streamer auf Rapfen, Hecht, Meer-
forellen, kleinere Lachse oder auf Salmoniden am Forellensee. Die Zweihandrute kommt an den Lachsflüssen in Norwegen, Schottland oder Dänemark zum Einsatz. Sie können aber auch für die Angelei auf Zander oder Hecht im großen Strom eingesetzt werden.
Wie montiert man Schussköpfe?
Das Kürzen der Schussköpfe auf die richtige Länge ist gerade für Anfänger eine heikle Angelegenheit. Die Lösung für dieses Problem sind Schussköpfe, die passend zugeschnitten und mit einer Schlaufe versehen sind. Die Schlaufe dient zur Befestigung des Schusskopfes an der Runningline. Auch die Runningline muss mit einer Schlaufe („Loop“) versehen werden. Das geht ganz leicht: Loop auf die Schnur schieben, mit dem üblicherweise beiliegenden Schlauchstück sichern und das Ganze mit etwas wasserfestem Kleber fixieren. Dann werden Schusskopf und Runningline über eine Schlaufe-in-Schlaufe-Verbindung miteinander verbunden. So kann man den Schusskopf schnell und unkompliziert austauschen.
Wie wirft man einen Schusskopf?
Man sollte gut 10 Meter Runningline im Schnurkorb bereithalten. Dann bringt man den Schusskopf mit einem Rollwurf aus, bis sich die Verbindung zur Runningline ein paar Zentimeter vor dem Spitzenring befindet. Nun den Schusskopf zum Rückwurf abheben und den Vorschwung einleiten. Beachten Sie: Leerwürfe sind unnötig. Man sollte die Schnur schon mit dem ersten Vorschwung schießen lassen, spätestens aber mit dem zweiten.
Werfen sich Schussköpfe bei störendem Wind besser?
Ja. Ein Schusskopf „sticht“ viel besser durch Seiten- oder Gegenwind. Viele Fliegen-fischer benutzen beim Küstenangeln mit der Einhandrute zusätzlich einen Schnurkorb. Der sorgt dafür, dass die Schnur nicht im Wasser liegt und dadurch beim Wurf abgebremst wird. Mit diesem Hilfsmittel erzielt man noch höhere Wurfweiten.